Schokoladen-Themenpark eröffnet in Peking

Sonntag, 24 Januar 2010, 13:14 | Kategorie: Stories |
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Peking wird um eine Sehenswürdigkeit reicher. Am 29.Januar öffnet ein neuer Themenpark seine Pforten. Und hinter diesen verbirgt sich vor allem eines: Schokolade!

Das 250.000 Quadratmeter grosse World Chocolate Wonderland befindet sich im Olympiapark in unmittelbarer Nachbarschaft zum “Vogelnest”-Stadion und umfasst fuenft unterschiedlich temperierte Innen- sowie zwei Aussenbereiche.

Als Attraktionen des Schokoladen-Freizeitparks locken unter anderem Nachbauten der Grossen Mauer und Terracotta-Armee in Xi’an sowie ein BMW in Originalgroesse – alles aus purer Schokolade versteht sich! (weiterlesen…)

Shenyang – Auf den zweiten Blick…

Samstag, 16 Mai 2009, 11:24 | Kategorie: Bilder, Tipps |
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Shenyang

Dass hier knapp eine Woche nichts passiert ist, hat einen einfachen Grund: Ich war fuer ein paar Tage im Nord-Osten. Genauer gesagt in Shenyang, 7,5 Mio Einwohner, Hauptstadt der Provinz Liaoning.

Der Lonely Planet schreibt, dass Shenyang auf den ersten Blick keine Stadt sei, in die man sich spontan verlieben wuerde. Treffender kann man es kaum auf den Punkt bringen. Am Flughafen angekommen, ging es fuer uns mit dem Taxi richtung Stadtzentrum weiter. Der Blick aus dem Fenster war da schon zum depressiv werden: grau-diesiges Wetter, der Strassenrand zunaechst von kahlen ca. 5-stoeckigen Plattenbauten gesaeumt und dann eine Baustelle nach der anderen. Dazwischen immer wieder Ruinen gerade abgerissener Gebaeude. Zu allem Ueberfluss lief im Radio auch noch Modern Talking…

Im Nachhinein bleibt Shanyang zwar oberflaechlich betrachtet eine eher haessliche Stadt, aber ich glaube, das ist auch ein wenig dem Wandel geschuldet. Ich habe noch nie – nicht einmal in China – eine Stadt erlebt, in der so viel gebaut wird. Das Stadtbild ist daher sehr uneinheitlich: einerseits das Flair einer kommunistischen Industriestadt in den 80er Jahren, andererseits – speziell abends – das Bling Bling einer modernen asiatischen Metropole. Shenyang scheint jedenfalls auf dem Sprung zu sein und kraeftig zu boomen.

Shenyang ist aber auch eine Stadt mit weit zurueckreichender Geschichte. So war die 2300 Jahre alte Stadt im 17.Jahrhundert einst Haupstadt des Mandschurischen Staates. Von hier aus eroberte die Qing-Dynastie ganz China, weswegen in Shenyang auch ein kaiserlicher Palast zu finden ist – der einzige ausserhalb von Peking. Ausserdem gibt es aus diesem Grund auch einige Kaisergraeber in Shenyang, womit dann auch die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten der Stadt benannt waeren: der Kaiserpalast (Gugong) und das Nordgrab (Beiling), die Ruhestaette von Huang Taji, dem Gruender der Qing Dynastie. Diese Attraktionen sind aber nicht nur ihrer Geschichte wegen sehenswert, sondern auch aufgrund der sehr schoenen Tempel- bzw. Parkanlagen drumherum.

Dann waeren da noch einige Pagoden, Museen, der botanische Garten, eine Mao Zedong Statue sowie der Fernsehturm zu besichtigen. Insgesamt bietet Shenyang also schon einiges.

Was mir sonst noch in sehr positiver Erinnerung bleiben wird, ist die Herzlichkeit der Menschen dort oben. Der Umgangston mag zwar mitunter etwas rauher – weil direkter – sein, aber man kommt auch ohne Chinesischkenntnisse sehr schnell ins Gespraech und es wird dann viel gelacht.

Last but not least sei die nordchinesische Kueche empfohlen. Da waeren zum einen natuerlich die Jiaozi (Maultaschen-aehnliche Nudeln) mit allemoeglichen Fuellungen, dann sehr viele Kartoffelgerichte (u.a. Disanxian = Kartoffel, Aubergine, gruene Paprika) und sehr gut auch die Lapian, kalte Reisnudeln in einer leicht sauren Gurken-Erdnuss-Sosse. Klingt komisch, schmeckt aber gut.

Auf den zweiten Blick ist Shenyang also durchaus eine Reise wert. Das Radioprogramm aber ist und bleibt verbesserungswuerdig. Auf meiner Rueckfahrt zum Flughafen blieb ich zwar von Modern Talking verschont, dafuer aber lief House of Rising Sun – interpretiert von einer talentfreien chinesischen Saengerin…

Shanghai Tagesausflug: Songjiang

Samstag, 25 April 2009, 15:09 | Kategorie: Tipps |
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Viel gearbeitet habe ich in den letzten Wochen. So viel, dass ich wirklich ueberhaupt keine Zeit fuer meinen Blog hatte. Und auch so viel, dass ich danach erstmal raus musste aus Shanghai, um ein wenig abzuschalten. Nun bietet die unmittelbare Naehe von Shanghai ja nicht so viele Ausflugsziele wie etwa Peking, wo man sich einen schoenen Tag in den beiden Sommerpalaesten oder den Fragrant Hills beispielsweise machen kann.

Klar, es gibt die beruehmten Wasserstaedtchen wie Tongli, Zhujiajiao oder Zhouzhuang. Aber meiner Erfahrung nach kommt man dort nur mit eigenem Auto oder aber chinesischen Tourbussen (ab Hongkou oder Shanghai Stadium) hin. Suzhou ist gut mit dem Zug (ca. 1 Stunde, ab Shanghai Railway Station) zu erreichen, aber hoffnungslos ueberlaufen. Hangzhou hingegen ist wirklich schoen und ebenfalls sehr gut mit dem Zug zu erreichen (ab Shanghai South Railway Station), aber da ist man doch doch wieder etwas laenger unterwegs und sollte auch mehr Zeit mitbringen als bloss einen Tag.

Eine sehr gute Alternative ist daher Songjiang im Sueden Shanghais. Man kann ganz bequem mit der Metro fahren: einfach mit der Linie 3 oder 4 zur Station Yishan Road (Naehe Shanghai Stadium), dort dann in die Linie 9 umsteigen und dann ca. 30 Minuten Fahrt bis zur Endhaltestelle Songjiang Xicheng.

Google liefert nur sehr spaerliche Informationen uber Songjiang. Eine Kollegin hat mir aber erzaehlt, dass Shanghai urspruenglich zu Songjiang gehoerte und sich erst anhand der zunhemenden Bedeutung des Seehandels und der dafuer praedestinierten Lage (shang hai = ueber dem Meer) emanzipieren konnte.

Jedenfalls zeugen noch heute einige interessante Sehenswuerdigkeiten von der weit zurueckreichenden Geschichte Songjiangs: An der Endhaltestelle Songjiang Xicheng angekommen, sollte man sich am besten ein Taxi nehmen (starten hier im Gegensatz zu Shanghai bei lediglich 9 RMB) und ca. 5-10 Minuten zur Renmin Nan Lu fahren. Genauer gesagt zum Teich des betrunkenen Bai (Zui Bai Chi), was eine wunderschoene Parkanlage ist. Von hier aus kann man im Anschluss locker zu Fuss zur Xiunan Lu marschieren, wo sich die aelteste Moschee Shanghais befindet. Diese ist nicht nur sehr schoen, sondern auch interessant, weil chinesischer sowie islamischer Baustil aufeinander treffen. Gegenueber der Moschee befindet sich – an der Zhongzhan Zhong Lu gelegen – ein Museum, dessen Name mir entfallen ist, das aber wirklich sehenswert ist. Von hier aus kann man ausserdem ca. 200 Meter gen Westen laufen, wo sich eine recht nette Tempelanlage befindet.

Weiteres Highlight von Songjiang ist die Fang Ta Pagode, ca. 4 Kilomter weiter oestlich an der Zhongshan (Dong) Lu gelegen. Die Pagode steht in einem ganz huebschen Park und kann auch bestiegen werden. Letzteres ist aber wirklich nichts fuer Angsthasen oder Menschen mit Platzangst. Denn die Treppen hinauf durch die Pagode sind so steil wie eng.

Zum Schluss noch ein paar Bilder, die ein etwas besseres Bild der oben beschriebenen Sehenswuerdigkeiten vermitteln duerften:

Tianmu Lake

Samstag, 4 April 2009, 1:41 | Kategorie: Tipps |
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Der Tianmu See ist ein Naturschutzgebiet in der Jiangsu Provinz, ca. 4 Stunden Fahrt gen Nord-Westen von Shanghai entfernt. Die Landschaft ist wirklich nett, die Luft frisch, aber leider wie so oft in China ist man dann doch (zu) sehr auf Tourismus ausgerichtet. D.h. Touristen scheinen zwar noch zu fehlen – zumindest waren wir die einzigen Gaeste in dem riesigen Hotelkomplex – aber die Infrastruktur ist offensichtlich fuer einen grossen Touristenansturm angelegt.

Am See angekommen wird man direkt in ein Ausflugboetchen gelotst, dann geht es zu einer Insel, die laut Google Maps aber noch nicht mal eine Halbinsel ist, dort laeuft man dann ueber Holzplanken durch den etwas kuenstlich anmutenden Bambuswald, begleitet von Vogelgezwitscher, bei dem man aber den Verdacht nicht los wird, es kaeme aus gut versteckten Lautsprechern – und natuerlich immer vorbei an Souvenir-Shops.

Aber wie gesagt, dafuer ist man (noch) relativ fuer sich, was fuer einiges entschaedigt.

Kulinarischer Hoehepunkt der Gegend ist uebrigens eine Fischkopf-Suppe. Ich bin bestimmt kein Fischkopf-Fan, mag eigentlich noch nicht einmal besonders gerne Fisch, aber ich muss gestehen, dass diese Suppe wirklich ausgezeichnet schmeckt (und eigentlich gar nicht nach Fisch). Sollte man also auf jeden Fall probieren.

Fuer ein Wochenend-Ausflug, raus aus dem hektischen Shanghai, ist der Tianmuhu jedenfalls eine Ueberlegung wert. Wir waren mit der Firma dort zwecks Teambuilding, was insofern nicht schlecht ist, als dass man vor Ort riesige Villen mieten kann, die ausreichend Platz fuer das komplette Kollegium bieten. Und auch Freizeitmaessig kommt man gut auf seine Kosten.