Zeit für Mondkuchen
Es geht wieder los: In China bestimmen dieser Tage kleine Kuchen das Geschehen, genauer gesagt Mondkuchen (Yuebing). Denn diese gehoeren zum nahenden Mondfest bzw. Midherbstfest dazu. Dieses wird zwar erst im Oktober zelebriert, aber wie in Deutschland die ersten Weihnachtsschokoladen bereits im Spaetsommer auf den Markt kommen, scheinen sich auch die “Moon Cakes” jedes Jahr zu verfruehen.
Die chinesischen Mondkuchen bestehen jedoch natuerlich nicht aus Schokolade. Sie sind vielmehr gefuellt mit Rote-Bohnen-Paste oder Lotussahmen, Datteln oder Taro, Eigelb oder Rindfleisch. Sie haben manchmal eine Note von Cappucino oder Tiramisu. Und leider viel zu oft werden alle diese Zutaten und Aromen auch kombiniert.
Der neuste Schrei sind mit Eis gefuellte Mondkuchen. Damit hat dann auch Haegen Dasz einen Grund beim Mondfest mitzumischen. Genauso wie all die internationalen Baeckerein, die flugs den traditionell-fanzoesischen Mondkuchen beispielsweise erfunden haben. Und natuerlich gibt es auch bei Starbucks eigene Mondkuchen-Kreationen.
Die Auswahl ist scheinbar endlos.
Kein Wunder, denn dieses Gebaeck bedeutet im traditionsbewussten China ein riesiges Business. Verpackt in aufwendig dekorierten Boxen werden die Mondkuchen zu horrenden Preisen verkauft. Gestern habe ich zufaelligerweise auf CCTV9 (dem englischsprachigen Kanal des Staatsfernsehens) einen Bericht gesehen, in dem es hiess, die Mondkuchen waeren dieses Jahr auf einem Preistief. Konkret bedeutet dies, dass im mittleren Preissegment eine Packung mit 4 bis 8 kleinen Kuchen dieses Jahr nur um die 100 RMB (ca. 10 Euro) kostet. Das obere Preissegment faengt bei 400 RMB (40 Euro) an und hat nach oben keine Grenzen.
Fuer den Eigenbedarf kauft jedoch kaum ein Chinese diese Mondkuchen. Sie werden verschenkt an Familienangehoerige, Freunde und Kollegen. Genauso wie Firmen jedem ihrer Angestellten eine von diesem Boxen zukommen laesst. Oder aber einen Gutschein, der bei einer bestimmten Mondkuchen-Baeckerei (oder bei Haegen Dasz…) gegen eine Ladung Mondkuchen eingetauscht werden kann.
Bei den Eltern meiner Freundin stapeln sich die Boxen bereits bis zur Decke und ich werde bei jedem Besuch gefragt, ob ich nicht noch Bedarf haette… Ei mit Cappucino? Nein, danke.
Gestern habe ich dann doch mal ja gesagt, denn sie hatten tatsaechlich ein Packung Schoko-Mondkuchen bekommen. Gibt es also doch. Die Schokolade aussen entpuppte sich jedoch als Beton-aehnliche Masse, die geschmacklich an viele Dinge erinnern liess, jedoch ganz bestimmt nicht an etwas leckeres, geschweige denn Schokolade.
Zu guter letzt sei noch den Guiness-Fans Genuege getan. Nein, nicht den Biertrinkern, sondern den Rekordjaegern, den Fans von Superlativen. Einen groessten Mondkuchen der Welt gibt es natuerlich auch. Beziehungsweise den gab es: Letztes Jahr wurde in Shenyang ein 12 Tonnen schwerer Mondkuchen mit einem Durchmesser von etwa 8 Metern gebacken.
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1Andersreisender
wrote on 15 September 2009 at 2:47
Zufällig an einem MONtag über MONdkuchen berichtet
Diese Tradition kannte ich bisher noch nicht, aber wäre bestimmt mal interessant so einen Mondkuchen zu probieren. Auch wenn Deine Erfahrungen nicht so positiv sind…
2admin
wrote on 15 September 2009 at 12:05
Na, es gibt schon auch leckere Mondkuchen. Aber das sind dann – zumindest fuer meinen Geschmack – eher die weniger traditionellen Varianten und somit streng genommen auch keine richtigen Mondkuchen mehr.