Schleichwerbung goes viral

Samstag, 24 Oktober 2009, 11:11 | Kategorie : Stories, Videos |
Tags : , , , ,

Erst kuerzlich habe ich ueber Online-Videoportale in China geschrieben. Nun fragt man sich ja immer – nicht nur in China – wie sich solche Dienste im Internet finanzieren, zumal der Content ja meist gratis ist. Klar, da bleibt dann ja nur noch Werbung als Antwortmoeglichkeit uebrig.

Im bin auf dem Gebiet kein Fachmann. Aber ich stelle mir vor, dass bei all den Servern, die man fuer solch eine Videoplattform braucht, bei all dem Traffic, den sie generiert, besser verdammt viel Werbung gebucht wird. Reichen da die einfachen Banner? Gut, vielfach werden ja jetzt kurze Werbespots vor dem “Hauptfilm” abgespielt. Aber das nervt auch: 15 Sekunden Werbung und dann ein 20 sekuendiger Clip!?

Perfekt ist es doch, wenn das eigentliche Video selbst die Werbebotschaft transportiert. Am besten ein lustiges, skurriles oder atemberaubendes Video, das schoen haeufig aufgerufen, moeglicherweise gar mit Schneeballeffekt weiterempfohlen wird – und dann auch noch die Marke bzw. das Produkt als Thema, Haupt- oder Nebenrolle, mehr oder weniger offensichtlich, beinhaltet.

Wie es der Zufall will, kursiert gerade solch ein Video im chinesischen Internet. Ueber 600.000 Clicks allein auf Youku sind nicht schlecht fuer ein Video, das nichts anderes ist als die chinesische Kopie eines alten Youtube-Klassikers. Das heisst, ein klein bisschen anders ist es dann doch.

(Alternativer Link fuer Youtube)

Nun weiss ich zwar nicht, ob Hewlett Packard tatsaechlich irgendwas mit diesem Video zu tun hat. Aber, da meine Freundin in der Branche taetig ist, weiss ich zumindest, dass diese Praxis in China gang und gaebe ist. D.h. eine Agentur arbeitet fuer den Kunden ein schoenes Konzept aus und beauftragt dann eine Produktionsfirma mit der Erstellung eines “Amateurvideos”. Bei diesem sind aber tatsaechlich vom Kameramann ueber die Schauspieler bishin zum Cutter ausschliesslich Profis am Werke. Ironischerweise entsteht der Billig-Look meist erst spaeter in der Postproduktion bzw. beim Schnitt.

Nun will man ja im Internet nicht nur die Markenbekanntheit steigern, sondern auch den Rueckkanal nutzen, schauen wie der (potentielle) Kunde so reagiert. Sprich man will Clicks. Deswegen wird nun scheinbar zufaellig der entsprechende Banner auf der aktuellen Videoseite platziert. Oder noch krasser: Die komplette Seite erscheint im Gewand der entsprechenden Marke, ist also quasi ein Fullscreen-Banner mit Videofenster. Cross-Media auf einer Seite.

Der Kunde sieht also ein cooles Handy im Video und – Oh, schau an! – da ist ja direkt der Banner zu weiterfuehrendes Infos und… Click!

Diesen Artikel bookmarken:
  • Facebook
  • Twitter
  • Yigg
  • Webnews.de
  • MisterWong.DE
  • Haohao
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • Live
  • MySpace
  • del.icio.us
  • Wikio

Related posts:

  1. Abwracken in China Die Abwrack-Prämie gibt es jetzt auch in China. Aber nur...
  2. Online-Videoportale in China Online-Videoportale sind ein schoener Zeitvertreib. Zu bloed, dass mir Youtube...
  3. Brustvergrößerung als Rache Eine junge Frau rächt sich mit einem Video an ihrem...
  4. Kopfsache: China feiert seinen 60.Geburtstag Mal wieder ein Beitrag zum 60.Geburtstag der Volksrepublik China. Verzeiht...
  5. Die Hip Hop Omas von China Ruth Flower, die 69jährige DJane aus England, war gestern. Denn...

Hinterlasse einen Kommentar