Obama wirbt fuer Immobilie in Xi’an

Donnerstag, 16 Juli 2009, 16:08 | Kategorie : Stories |
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Vor einigen Monaten legten David Beckham, Keanu Reeves und Sean Connery ein etwas ueberraschendes Gestaendnis im chinesischen Werbefernsehen ab: die Einnahme von USA Selikon, ein potenzsteigerndes Mittel made in China. Ueberraschend wohl insbesondere fuer die Herren selbst. Denn diese hatten sich natuerlich mitnichten als Testimonial fuer die Kampagne hergegeben, sondern waren vielmehr Opfer eines dreisten wie schlechten Zusammenschnitts inklusive chinesischer Nachvertonung

Dass die chinesische Baubranche nicht weniger kreativ ist, was das oeffentlichkeitswirksame Marketing anbelangt, hat bereits die Aktion “Kauf eine Wohnung und bekomm die Ehefrau gratis dazu” bewiesen.

Nun folgte der naechste Streich: In Xi’an, beruehmt u.a. fuer die Terrakotta-Armee, entsteht zurzeit ein neuer Apartment Komplex mit den Namen “Ivy Garden”. Die Benennung ist natuerlich kein Zufall, sondern vielmehr inspiriert von der Ivy League, der acht amerikanische Elite-Universitaeten – u.a. Harvard, Princeton und Yale – angehoeren. So weit so gut.

Der Name verheisst also bereits grosses, aber ob der Otto-Normal-Chinese unbedingt die Ivy League kennt… Was er mit Sicherheit kennt, sind die ein oder anderen Ex-Studenten der Ivy League Universitaeten. Und wenn die dann auch noch die Vorzuege von Ivy Garden anpreisen… Man stelle sich vor: Barack Obama, Harvard-Absolvent und heute maechtigster Mann der Welt, wirbt fuer den “Ivy Garden” in Xi’an. Oder Bill Gates, reichster Mann der Welt… Oder Warren Buffet, seines Zeichen Investmentguru… Oder Tsung-Dao Lee, immerhin Nobelpreistraeger…

Muss man sich nicht vorstellen, kann man sehen:

Obama als Werbestar in China

Diese Plakte hingen bis vorgestern tatsaechlich noch in Xi’an. “Das ist das wichtigste Investment meines Leben”, heisst es da auf dem Plakat mit Warren Buffet. Glaubt man ihm auf’s Wort!

Nichtsdestotrotz liess sich die Zeitung Oriental Guardian dazu hinreissen, die Zustimmung von Obama und Co anzuzweifeln. Und nachdem man bei den Behoerden nachgefragt hatte, ob das denn alles so rechtens waere, waren die Plakate ploetzlich verschwunden.

“Die Werte, von denen unser Erfolg abhaengt, haben sich nicht geaendert,” stand uebrigens neben dem Motiv von Barack Obama zu lesen. Ich bin gespannt, wer die naechste unfreiwillige Werbeikone wird. Nach Beckham und Barack kommt doch eigentlich nur noch unser Benedikt in Frage. Fuer welches Produkt? Darueber denke ich jetzt besser nicht nach…

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