Shenyang – Auf den zweiten Blick…

Samstag, 16 Mai 2009, 11:24 | Kategorie: Bilder, Tipps |
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Shenyang

Dass hier knapp eine Woche nichts passiert ist, hat einen einfachen Grund: Ich war fuer ein paar Tage im Nord-Osten. Genauer gesagt in Shenyang, 7,5 Mio Einwohner, Hauptstadt der Provinz Liaoning.

Der Lonely Planet schreibt, dass Shenyang auf den ersten Blick keine Stadt sei, in die man sich spontan verlieben wuerde. Treffender kann man es kaum auf den Punkt bringen. Am Flughafen angekommen, ging es fuer uns mit dem Taxi richtung Stadtzentrum weiter. Der Blick aus dem Fenster war da schon zum depressiv werden: grau-diesiges Wetter, der Strassenrand zunaechst von kahlen ca. 5-stoeckigen Plattenbauten gesaeumt und dann eine Baustelle nach der anderen. Dazwischen immer wieder Ruinen gerade abgerissener Gebaeude. Zu allem Ueberfluss lief im Radio auch noch Modern Talking…

Im Nachhinein bleibt Shanyang zwar oberflaechlich betrachtet eine eher haessliche Stadt, aber ich glaube, das ist auch ein wenig dem Wandel geschuldet. Ich habe noch nie – nicht einmal in China – eine Stadt erlebt, in der so viel gebaut wird. Das Stadtbild ist daher sehr uneinheitlich: einerseits das Flair einer kommunistischen Industriestadt in den 80er Jahren, andererseits – speziell abends – das Bling Bling einer modernen asiatischen Metropole. Shenyang scheint jedenfalls auf dem Sprung zu sein und kraeftig zu boomen.

Shenyang ist aber auch eine Stadt mit weit zurueckreichender Geschichte. So war die 2300 Jahre alte Stadt im 17.Jahrhundert einst Haupstadt des Mandschurischen Staates. Von hier aus eroberte die Qing-Dynastie ganz China, weswegen in Shenyang auch ein kaiserlicher Palast zu finden ist – der einzige ausserhalb von Peking. Ausserdem gibt es aus diesem Grund auch einige Kaisergraeber in Shenyang, womit dann auch die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten der Stadt benannt waeren: der Kaiserpalast (Gugong) und das Nordgrab (Beiling), die Ruhestaette von Huang Taji, dem Gruender der Qing Dynastie. Diese Attraktionen sind aber nicht nur ihrer Geschichte wegen sehenswert, sondern auch aufgrund der sehr schoenen Tempel- bzw. Parkanlagen drumherum.

Dann waeren da noch einige Pagoden, Museen, der botanische Garten, eine Mao Zedong Statue sowie der Fernsehturm zu besichtigen. Insgesamt bietet Shenyang also schon einiges.

Was mir sonst noch in sehr positiver Erinnerung bleiben wird, ist die Herzlichkeit der Menschen dort oben. Der Umgangston mag zwar mitunter etwas rauher – weil direkter – sein, aber man kommt auch ohne Chinesischkenntnisse sehr schnell ins Gespraech und es wird dann viel gelacht.

Last but not least sei die nordchinesische Kueche empfohlen. Da waeren zum einen natuerlich die Jiaozi (Maultaschen-aehnliche Nudeln) mit allemoeglichen Fuellungen, dann sehr viele Kartoffelgerichte (u.a. Disanxian = Kartoffel, Aubergine, gruene Paprika) und sehr gut auch die Lapian, kalte Reisnudeln in einer leicht sauren Gurken-Erdnuss-Sosse. Klingt komisch, schmeckt aber gut.

Auf den zweiten Blick ist Shenyang also durchaus eine Reise wert. Das Radioprogramm aber ist und bleibt verbesserungswuerdig. Auf meiner Rueckfahrt zum Flughafen blieb ich zwar von Modern Talking verschont, dafuer aber lief House of Rising Sun – interpretiert von einer talentfreien chinesischen Saengerin…

Länderspiel: China vs. Deutschland

Freitag, 8 Mai 2009, 15:51 | Kategorie: Tipps |
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Länderspiel in Shanghai

Am Freitag, den 29.Mai 2009 kommt es in Shanghai zum Aufeinandertreffen der chinesischen und deutschen Fussballmannschaft – der Herren wohlgemerkt. Das Spiel findet im 80.000 Plaetze zaehlenden Shanghai Stadium statt. Dort kommt man am besten mit der U-Bahn hin:  Haltestelle Shanghai Indoor Stadium (Linie 1 und 4), Haltestelle Shanghai Stadium (Linie 4) oder aber Haltestelle Caoxi Lu (Linie 3).

Die Tickets kosten zwischen 1680 und 80 RMB, was in etwa 185 bis 9 Euro entspricht, und koennen innerhalb Chinas ab sofort bei Tickets.com.cn bestellt werden. Normalerweise werden die Karten ein paar Tage nach Bestellung geliefert und dann bar bezahlt.

Wo man zu welchem Preis sitzen kann, darueber informiert – ohne Gewaehr – die folgende Grafik:

Sitzplan Shanghai Stadium

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Sonntag, 3 Mai 2009, 12:27 | Kategorie: Tipps |
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Ein kurzer Hinweis in eigener Sache: Ab jetzt wird getwittert!

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Shanghai Tagesausflug: Songjiang

Samstag, 25 April 2009, 15:09 | Kategorie: Tipps |
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Viel gearbeitet habe ich in den letzten Wochen. So viel, dass ich wirklich ueberhaupt keine Zeit fuer meinen Blog hatte. Und auch so viel, dass ich danach erstmal raus musste aus Shanghai, um ein wenig abzuschalten. Nun bietet die unmittelbare Naehe von Shanghai ja nicht so viele Ausflugsziele wie etwa Peking, wo man sich einen schoenen Tag in den beiden Sommerpalaesten oder den Fragrant Hills beispielsweise machen kann.

Klar, es gibt die beruehmten Wasserstaedtchen wie Tongli, Zhujiajiao oder Zhouzhuang. Aber meiner Erfahrung nach kommt man dort nur mit eigenem Auto oder aber chinesischen Tourbussen (ab Hongkou oder Shanghai Stadium) hin. Suzhou ist gut mit dem Zug (ca. 1 Stunde, ab Shanghai Railway Station) zu erreichen, aber hoffnungslos ueberlaufen. Hangzhou hingegen ist wirklich schoen und ebenfalls sehr gut mit dem Zug zu erreichen (ab Shanghai South Railway Station), aber da ist man doch doch wieder etwas laenger unterwegs und sollte auch mehr Zeit mitbringen als bloss einen Tag.

Eine sehr gute Alternative ist daher Songjiang im Sueden Shanghais. Man kann ganz bequem mit der Metro fahren: einfach mit der Linie 3 oder 4 zur Station Yishan Road (Naehe Shanghai Stadium), dort dann in die Linie 9 umsteigen und dann ca. 30 Minuten Fahrt bis zur Endhaltestelle Songjiang Xicheng.

Google liefert nur sehr spaerliche Informationen uber Songjiang. Eine Kollegin hat mir aber erzaehlt, dass Shanghai urspruenglich zu Songjiang gehoerte und sich erst anhand der zunhemenden Bedeutung des Seehandels und der dafuer praedestinierten Lage (shang hai = ueber dem Meer) emanzipieren konnte.

Jedenfalls zeugen noch heute einige interessante Sehenswuerdigkeiten von der weit zurueckreichenden Geschichte Songjiangs: An der Endhaltestelle Songjiang Xicheng angekommen, sollte man sich am besten ein Taxi nehmen (starten hier im Gegensatz zu Shanghai bei lediglich 9 RMB) und ca. 5-10 Minuten zur Renmin Nan Lu fahren. Genauer gesagt zum Teich des betrunkenen Bai (Zui Bai Chi), was eine wunderschoene Parkanlage ist. Von hier aus kann man im Anschluss locker zu Fuss zur Xiunan Lu marschieren, wo sich die aelteste Moschee Shanghais befindet. Diese ist nicht nur sehr schoen, sondern auch interessant, weil chinesischer sowie islamischer Baustil aufeinander treffen. Gegenueber der Moschee befindet sich – an der Zhongzhan Zhong Lu gelegen – ein Museum, dessen Name mir entfallen ist, das aber wirklich sehenswert ist. Von hier aus kann man ausserdem ca. 200 Meter gen Westen laufen, wo sich eine recht nette Tempelanlage befindet.

Weiteres Highlight von Songjiang ist die Fang Ta Pagode, ca. 4 Kilomter weiter oestlich an der Zhongshan (Dong) Lu gelegen. Die Pagode steht in einem ganz huebschen Park und kann auch bestiegen werden. Letzteres ist aber wirklich nichts fuer Angsthasen oder Menschen mit Platzangst. Denn die Treppen hinauf durch die Pagode sind so steil wie eng.

Zum Schluss noch ein paar Bilder, die ein etwas besseres Bild der oben beschriebenen Sehenswuerdigkeiten vermitteln duerften:

Tianmu Lake

Samstag, 4 April 2009, 1:41 | Kategorie: Tipps |
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Der Tianmu See ist ein Naturschutzgebiet in der Jiangsu Provinz, ca. 4 Stunden Fahrt gen Nord-Westen von Shanghai entfernt. Die Landschaft ist wirklich nett, die Luft frisch, aber leider wie so oft in China ist man dann doch (zu) sehr auf Tourismus ausgerichtet. D.h. Touristen scheinen zwar noch zu fehlen – zumindest waren wir die einzigen Gaeste in dem riesigen Hotelkomplex – aber die Infrastruktur ist offensichtlich fuer einen grossen Touristenansturm angelegt.

Am See angekommen wird man direkt in ein Ausflugboetchen gelotst, dann geht es zu einer Insel, die laut Google Maps aber noch nicht mal eine Halbinsel ist, dort laeuft man dann ueber Holzplanken durch den etwas kuenstlich anmutenden Bambuswald, begleitet von Vogelgezwitscher, bei dem man aber den Verdacht nicht los wird, es kaeme aus gut versteckten Lautsprechern – und natuerlich immer vorbei an Souvenir-Shops.

Aber wie gesagt, dafuer ist man (noch) relativ fuer sich, was fuer einiges entschaedigt.

Kulinarischer Hoehepunkt der Gegend ist uebrigens eine Fischkopf-Suppe. Ich bin bestimmt kein Fischkopf-Fan, mag eigentlich noch nicht einmal besonders gerne Fisch, aber ich muss gestehen, dass diese Suppe wirklich ausgezeichnet schmeckt (und eigentlich gar nicht nach Fisch). Sollte man also auf jeden Fall probieren.

Fuer ein Wochenend-Ausflug, raus aus dem hektischen Shanghai, ist der Tianmuhu jedenfalls eine Ueberlegung wert. Wir waren mit der Firma dort zwecks Teambuilding, was insofern nicht schlecht ist, als dass man vor Ort riesige Villen mieten kann, die ausreichend Platz fuer das komplette Kollegium bieten. Und auch Freizeitmaessig kommt man gut auf seine Kosten.

Schriftzeichen, Lautschrift & Aussprache

Montag, 9 März 2009, 23:17 | Kategorie: Tipps |
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Im vorigen Blog-Eintrag hatte ich bereits die chinesischen Schriftzeichen thematisiert, die fuer die meisten von uns Auslaender wohl ein Buch mit sieben Siegeln sind.

Aber auch Chinesen bekommen dieses Wissen nicht in die Wiege gelernt. So bueffeln chinesische Schulkinder 6 Jahre, um 3000 Schriftzeichen zu erlernen. Diese Menge reicht, um etwa die Tageszeitung lesen zu koennen. Gebildete Chinesen, so sagt man, beherrschen 6.000 und mehr Schriftzeichen. Wer weniger als 1.500 Schriftzeichen beherrscht, gilt in China als Analphabet. Insgesamt gibt es uebrigens ca. 50.000 chinesische Schriftzeichen.

Nun gibt es in China aber neben den Schriftzeichen (Hanzi) auch eine Lautschrift, die Pinyin genannt wird. Mit Hilfe dieser Lautschrift schreibt man beispielweise auf einer Computertastatur. D.h. man tippt die Lautschrift jeder Silbe ein und bekommt dann vom Computer die jeweiligen Schriftzeichen zur Auswahl angeboten. Nun hat aber die Silbe bzw. das Wort “ma” – laut meinem wahrscheinlich unvollstaendigen Woerterbuch – allein 18 verschiedene Bedeutungen bzw. gibt es 12 Schriftzeichen die allesamt als “ma” ausgesprochen werden. Man muss sich also aus diesen infrage kommenden Schriftzeichen das richtige rauspicken und weiter geht’s mit der naechsten Silbe. Das klingt unheimlich kompliziert, aber Chinesen haben hier eine solche Routine entwickelt, dass sie genauso schnell eine Seite tippen wie wir mit unserem nur 26 Buchstaben umfassenden Alphabet.

Wenn ich gerade geschrieben habe, dass “ma” 18 verschiedene Bedeutungen hat (u.a. Mutter, putzen, Hanf, Pferd, schimpfen…), dann stimmt das nur zum Teil. Denn “ma” ist nicht gleich “ma”. Es gibt fuenf verschiedene “ma”. Und zwar: mā, má, mă, mà und ma. Wie man an den verschiedenen Akzenten auf dem “a” sehen kann, gibt es in China fuenf verschiedene Moeglichkeiten einen Vokal zu betonen:

Die chinesischen Betonungen

Da diese Betonungen fuer die Bedeutung eines Wortes gravierende Unterschiede ausmachen koennen, sollte man aufpassen was oder besser wie man etwas sagt. Beispielweise habe ich damals von meiner chinesischen Chefin den tollen Namen Ōu Yáng verpasst bekommen. Das heisst so viel wie Sonne Europas. Unachtsam wie ich bin, habe ich mich aber oefters als Ōu Yàng vorgestellt. Also ein fallendes anstatt steigendes Yang. Und so wurde aus der Sonne Europas die Krankheit Europas…

Die chinesischen Schriftzeichen

Samstag, 7 März 2009, 18:03 | Kategorie: Tipps |
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Zurzeit tagen in Peking der Nationale Volkskongress, das hoechste Staatsorgan der Volksrepublik China, sowie die Politische Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes. Unter anderem soll bei diesem Treffen eine etwaige Reform der chinesischen Schriftzeichen diskutiert werden. Zuvor war vorgeschlagen worden, von den 1956 vereinfachten zu den traditionellen Schriftzeichen zurueckzukehren.

Die Aufregung im chinesischsprachigen Internet ist bereits gross, denn die traditionellen Schriftzeichen seien weitaus komplexer und somit schwieriger zu erlernen. Abgesehen davon – so wird in zahlreichen Online Diskussionen angefuehrt – wuerde eine Umstrukturierung der Schriftzeichen fuer ein Land mit einer Bevoelkerung von 1,3 Milliarden Menschen natuerlich einen enormen finanziellen, organisatorischen und zeitlichen Aufwand bedeuten.

Fuer einen eher Aussenstehenden bietet die aktuelle Diskussion aber auf jeden Fall Anlass, sich die chinesische Schrift mal etwas genauer anzuschauen. Denn das ist ziemlich interessant. Wie die folgende Grafik zeigt, haben sich die hiesigen Schriftzeichen in den letzten 4000 Jahren enorm entwickelt – und zwar angefangen mit recht plausibel wirkenden Symbolen bis hin zur heutigen Form, die fuer einen Unbeteiligten aeusserst kryptisch wirken muss.

Entwicklung der chinesischen Schrift

In China essen sie Hunde

Dienstag, 3 März 2009, 1:15 | Kategorie: Tipps |
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Ja, tun sie. Bestimmt. Irgendwo. China ist schliesslich gross, die Geschmaecker sind verschieden, irgendwo werden sie dann wahrscheinlich auch Hund essen. Persoenlich habe ich aber noch nicht die Erfahrung gemacht. Obwohl, in Kambodscha habe ich mal ein Steak gegessen… Das hat irgendwie so gar nicht nach Rind geschmeckt. Wer weiss, vielleicht also doch.

Hier in China konnte ich es bislang jedoch vermeiden. Nie stand ich vor der Wahl: Hund oder Hungertod. Stattdessen ertappe ich mich des oefteren bei dem Gedanken, dass ich doch mal wieder was richtig chinesisches essen sollte. Hier in China.

Ich lebe natuerlich nicht im Hinterland, sondern in Shanghai. 18 Millionen Einwohner. Davon 70.000 Auslaender. Und das sind sogar nur die mit offizieller Arbeitserlaubnis. Ob da die Ehepartner und Kinder mit inbegriffen sind, weiss ich nicht. Hinzu kommen aber auf jeden Fall noch zig Tausende Studenten und ein paar Dauer-Touristen. Entsprechend international ist Shanghai – auch was das Essen angeht.

Auf www.cityweekend.com.cn findet man allein 10 deutsche Restaurants in Shanghai. In Peking sind es gar 14. Und schaut man nach italienischen Restaurants sind es in Shanghai sogar ueber 100. Hinzu kommen franzoesische, spanische, brasilianische, arabische, thailaendische, japanische, koreanische… Ein positiver Nebeneffekt hierbei ist, dass das Preisniveau dieser Restaurants irgendwo zwischen Deutschland und China liegt, d.h. man kann hier auch dann relativ preiswert essen, wenn man gerade mal keine Lust auf Chinesisch hat.

Deutsches Restaurant "Der Landgraf" in Peking

Wobei das eigentlich tolle an der chinesischen Kueche ist, dass sie in sich auch extrem vielfaeltig ist. Wie anfangs bereits gesagt, China ist schliesslich gross. Und das Essen in Nordchina hat mit der suedchineischen Kueche in etwa so viel zu tun wie deutches Essen mit spanischem. Im aeussersten Nord-Westen des Landes beispielsweise, in der Xingjiang Provinz, aehnelt das Essen eher der tuerkischen oder arabischen Kueche. Im Norden fuehlt man sich als Deutscher kulinarisch gleich heimisch, denn dort stehen Kartoffeln auf dem Speiseplan. Im Sueden wird gern suess gegessen, in der Mitte scharf und das, was man in Deutschland beim Chinesen vorgesetzt bekommt, wird eigentlich nirgendwo gegessen. Das beruehmte “Chop Suey”, habe ich mal gelesen, ist uebrigens eine amerikanische Erfindung.

Bier. Wichtig. Ist zwar keine deutsche Erfindung, wurde aber natuerlich von uns nach China gebracht. Und zwar waren es deutsche Siedler, die 1903 in der Stadt Qingdao eine Brauerei errichteten und somit den Grundstein fuer den chinesischen Bierkonsum legten. Heute ist die Tsingtao-Brauerei die groesste des Landes und die zehntgroesste der Welt. Sie gehoert zu 45 Prozent dem Staat und zu 19 Prozent dem japanischen Brauereikonzern Asahi. Wenn man die politischen Spannungen zwischen China und Japan bedenkt, dann koennte man fast meinen: Alkohol ist doch eine Loesung. Neben Tsingtao gibt es noch eine Reihe weiterer trinkbarer Biere in China. Da waeren beispielweise Suntory aus Shanghai oder Yanjing aus Peking. Ja, und auch hier gibt es dann noch zahlreiche altbekannte Marken wie Paulaner und Hofbraeu, die beide hier im eigenen Brauhaus gebraut werden, sogar Koelsch, was ich letztens bei Carrefour im 5-Liter-Faesschen entdeckt habe oder die ganzen anderen Kollegen aus Belgien, Holland, Daenemark, Australien, den USA…

Aber zurueck zum Essen. Selber kochen kann man natuerlich auch. An Zutaten mangelt es naemlich nicht. Da waeren zum einen die chinesischen Maerkte, meist in ziemlich marode wirkenden Blech-Hallen untergebracht, wo man insbesondere Obst- und Gemuese spottbillig einkaufen kann. Soll es etwas hygienischer (Fleisch, Fisch) oder spezieller sein, dann wird man in den in- und auslaendischen Supermaerkten wie Carrefour, Tesco, Wal Mart oder METRO fuendig. Meist verfuegen diese Supermaerkte auch ueber eine recht gut sortierte Import-Abteilung, wo man dann auch Kaese, Kapern oder eben Koelsch findet. Hinzu kommen dann noch reine Import-Geschaefte wie City Shop in Shanghai oder Jenny Lou’s in Peking, wo dann auch die ganz speziellen Dinge vorraetig sind. Hier wird es dann allerdings auch schonmal recht teuer. Die 500g Quark, die ich mal fuer einen Kaesekuchen gekauft haben, kosteten beispielweise umgerechnet 7 Euro.

So, nachdem wir Bier schon abgehandelt haben, bleibt noch ein anderen ur-deutsches Thema: Brot. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es in Shanghai weitaus einfacher ist, richtiges gutes Brot zu bekommen, als beispielsweise in Frankreich. Baguette in allen (A)Ehren, aber mit einem richtigen deutschen Schwarz- oder Graubrot kann Baguette allenfalls im Peugeot-Crash-Test konkurrieren. In Shanghai jedenfalls gibt es die deutsche Baeckerei Abendbrot, ueber deren Website man sich das Brot und andere leckere Dinge wie beispielweise Nussecken oder Mohnkuchen sogar liefern lassen kann. Da die Franzosen in Hinblick auf China aber zurzeit wahrlich genug leiden, sei zumindest noch die Boulangerie Paul empfohlen, wo man wirklich die besten Kuchen und Tartes in Shanghai bekommt.

Jetzt versuche ich gerade krampfhaft nochmals den Hund aufzgreifen. Das Fazit, das man hier also nicht vor die Hunde geht, scheint mir ein bisschen platt… Daher weise ich zum Schluss lieber noch auf die Gruenkoehltour hin, eine norddeutsche Sitte, die hier gestern bei autentischen Rahmenbedingungen – es herrschte richtiges Hundewetter (!) – von der deutschen Expat-Gemeinde nachgeahmt wurde. :o )

Shanghai goes Kölle

Donnerstag, 19 Februar 2009, 11:34 | Kategorie: Tipps |
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Als waschechter Koelner kann ich es mir natuerlich nicht nehmen lassen, auf das folgende Event hinzuweisen:

Caléidoscope ist der Name einer Ausstellung, die u.a. in meiner Heimatstadt Koeln Halt machen wird, und zwar vom 19.Maerz bis 7.April. Worum es geht? Chinesische und europaeische Kunestler erzaehlen ihre Geschichten ueber Shanghai.

“Was bedeutet es, durch die Projektion namens China zu gehen? Wen trafen die chinesischen Künstler auf ihrem wesentlich mühsameren Weg in die andere Richtung? Wie lebt und arbeitet man in einer Mega-City, die nicht nur täglich wächst, sondern auch – als ehemaliges Paris des Orients – weiterhin Ansprüche sowohl an die chinesische wie auch die europäische Imagination stellt.

Im Westen setzt sich die Reflektion, die China widerspiegelt, aus Hoffnungen und Ängsten zusammen. Hoffnung, dass die unvergleichliche Dynamik (des heutigen Chinas) einen positiven Einfluss haben wird, und Angst, dass diese Dynamik einfach alles verschlingt.
Gleichzeitig erregt der westliche Lebensstil sowohl Faszination wie auch Abscheu.

Diese Ausstellung ist ein Treffen in der Mitte, ein Fleck Erde, wo sich ein Kollektiv von chinesischen und europäischen Künstlern formiert, das versucht, durch die zwei Kulturen trennende Glaswand zu dringen. Sie ist ein Versuch zu zeigen, dass die Öffnung gegenüber einer anderen Kultur nie die eigene bedroht, sondern sie aufblühen lässt”

www.institutfrancais-cologne.eu

Fuer Kurzentschlossene, die sich in Shanghai befinden, gibt es zudem eine Art Kick-Off Event:

SEND ME TO KOELN

Wem das dann doch zu kurzfristig ist, der kann/muss sich bis 2010 gedulden, denn dann gastiert die Wanderausstellung offiziell in Shanghai, und zwar im Rahmen der Expo 2010.