Geheiratet am 09.09.09

Freitag, 11 September 2009, 0:19 | Kategorie: Stories |
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Chinesisches Paar

Gestern, am 09.09.2009, haben sich in Peking 20.000 Paare das Ja-Wort gegeben. Damit wurde sogar der Rekord vom 08.08.2008, als in Peking 15.000 Ehen geschlossen wurden, uebertroffen.

Dass die Neun einen groesseren Ansturm als die Acht ausloest, hat mich zunaechst etwas ueberrascht. Eigentlich ist naemlich die Acht die chinesische Glueckszahl schlechthin. Denn Acht heisst auf Chinesisch “ba” und das ist etwa gleichklingend mit den Uebersetzungen von Reichtum und Glueck. (weiterlesen…)

Fahrraddiebe

Montag, 7 September 2009, 22:49 | Kategorie: Stories |
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Fahrräder in China“Fahrraddiebe” ist ein italienischer Klassiker der Filmgeschichte von Vittorio de Sica aus dem Jahr 1948. Die Story ist im Nachkriegs-Rom angesiedelt und handelt – sehr grob zusammengefasst – von einem Tageloehner, der sich auf die Suche nach seinem geklauten Fahrrad begibt.

2001 gibt es eine Art Remake dieses Films: “Beijing Bicycle” ist eine chinesische Produktion von Wang Xiaoshuai, die das Geschehen nach China verlegt, nach Peking, Stand- bzw. Fahrort von 10 Millionen Fahrraedern. Die Story ist mehr oder weniger die gleiche, der Tageloehner natuerlich nun Chinese und das Fahrrad inzwischen ein modernes Mountain-Bike.

2005 verbringe ich ein halbes Jahr in eben diesem Peking. Zwar nicht als Tageloehner, sondern als Student, aber auch ich brauche ein Fahrrad. Neben der U-Bahnhaltestelle werde ich fuendig. Dort bietet ein Fahrrarhaendler auch ein Exemplar fuer meine Groesse an, in schniekem Silber. Nach einer zaehen Verhandlung bekomme ich den gewuenschten Korb gratis dazu und habe nun fuer 250 RMB mein erster Rad in China erstanden.

Gleich mache ich mich zu einer Erkundungstour durch den Haidian Distrikt auf, fahre vorbei an der Peking Universitaet, nach Zhongguancun und werde ob des warmen Wetters schnell durstig. Ich halte vor einem Supermarkt, schliesse mein Rad an ein Gelaender, gehe in den Laden, komme maximal 5 Minuten wieder mit einer Flasche Wasser raus und… “Ey Mann, wo is mein Fahrrad!?”

Tja, so kann’s gehen. Und leider wird es so noch mehrer Male gehen. Ganze fuenf Raeder habe ich waehrend eines Semesters in Peking besessen. Keines jedoch laenger als ein paar Wochen. Eines wird mir sogar von einem bewachten Fahrradparkplatz geklaut. Und das obwohl ich der mehr oder weniger wachsamen Security-Omi 5 Mao fuer ihren Wachdienst gezahlt habe. Versichert ist das Rad fuer die 5 Mao natuerlich nicht… Das letzte Rad kostet mich 40 RMB und mehr ist es auch nicht wert. Aber es erfuellt seinen Zweck: Es faehrt und es wird nicht geklaut. Letzteres mag am unattraktiven Aeusseren liegen, denn die Gurke sieht so schaebig aus, dass der Dieb wohl nicht das Risiko eingehen moechte, mit so einem moeglicherweise fahruntuechtigen Rad die Flucht ergreifen zu muessen.

Verloren hab ich es zum Schluss dennoch, weil ich damit irgendwann zu einer Party fuhr und mich einige Stunden spaeter – es morgengraute schon – partout nicht dran erinnern konnte, wo ich es denn bloss abgestellt hatte….

2009. Die Zahl der Fahrraeder auf den Strassen hat merklich abgenommen. Dennoch bleibt Fahrraddiebstahl ein aktuelles Thema.

Wieder Ortswechsel. Diesmal geht’s nach Shenyang, wo die Fahrraddiebe laut einem Artikel der Liaoshen Evening News derart ausser Rand und Band sind, dass man nun zu unkonventionellen Methoden greift. Ich moechte sagen, fast nach meinem Vorbild. Und zwar bieten dort die Fahrradhaendler und -werkstaetten nun einen Service an, der paradox scheint, aber wohl aeussert effektiv ist. Und zwar ramponieren sie auf Wunsch die neu erstandenen bzw. zu reparierenden Fahrraeder bis sie fuer den Dieb nicht mehr attraktiv scheinen. Zum Beleg berichtet die Zeitung von drei Kunden, die innerhalb einer Stunden bei solch einem Haendler erschienen und “ein Mal Vandalismus, bitte” bestellten.

Und bei mir in Shanghai? Ich besitze nun schon seit ein paar Monaten (!) ein blau-silber Mountain-Bike, das ich mir fuer 700 RMB in dem franzoesischen Sportladen Decathlon (ja, gibt’s auch in China) erstanden habe. Fuer weitere 200 RMB – und damit fast so viel wie mein erstes Rad in China kostete – habe ich mir ein selbstprogrammierbares Zahlenschloss (!) dazu gekauft. Das laesst sich hoffentlich nicht so leicht knacken. Ausserdem nehme ich das Rad immer mit in den 20.Stock, wo es so sicher wie nur geht auf meinen Balkon parkt und so blau und silber strahlt wie am ersten Tage.

Hanzi-Pinyin Konverter

Donnerstag, 3 September 2009, 11:53 | Kategorie: Tipps |
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Eben habe ich ein nuetzliches Tool im Internet gefunden, mit dem man chinesische Schriftzeichen in Lautschrift umwandeln kann. Genialerweise wird dabei sogar die Betonung in Form einer nebenstehenden Zahl (1-4) angezeigt. D.h. auch fuer Dummies wie mich ist es somit moeglich unbekannte Schriftzeichen auszusprechen.

Hanzi in Pinyin konvertieren

Einfach die chinesischen Charaktere eingeben, den Button rechts daneben druecken und man bekommt die Lautschrift sowie zusaetzlich auch noch die traditionellen bzw. vereinfachten Schriftzeichen angezeigt.

Super!

Ganbei auf Staatskosten

Mittwoch, 2 September 2009, 14:06 | Kategorie: Stories |
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Ganbei - Trinken auf StaatskostenGanbei ist Chinesisch und heisst soviel wie “Prost!”, erfordert allerdings im Gegensatz zum deutschen Trinkspruch das Leeren eines Glasses auf Ex. Ganbei ist in China Standard. Da ist es dann auch voellig egal, was sich gerade im Glas befindet: billiges Bier, ein edler Rotwein oder ein 18 Jahre alter Whiskey.

Beim Lesen eines anderen deutschsprachigen China-Blogs, naemlich Tine ist schul(z)d, bin ich nun ueber eine Nachricht der China Daily gestolpert, die einen tragischen wie ueberraschenden Aspekt dieser Ganbei-Kultur aufzeigt.

Man kennt es aus Deutschland: Komasaufen hat sich zu einem perversen Hobby jenseits einer blossen Randerscheinung entwickelt.

Im vergangenen Monat hat nun auch in China ein Saufgelage Opfer gefordert. Bemerkenswert ist, dass es sich dabei um zwei hochrangige Beamte handelt und sich die Vorfaelle bei offiziellen Anlaessen bzw. Banketts ereigneten. Bereits letztes Jahr war es zu einem Todesfall gekommen, als einige Offizielle einen feucht-froehlichen Abend in einer Karaoke-Bar verbrachten.

Wie ich selber leider schon oft am eigenen Leibe erfahren musste, gehoeren Geschaeftsessen und grosse – sehr grosse – Mengen Alkohol in China einfach zusammen. Dem kann man sich auch nur sehr schwerlich entziehen, weil dies als unhoeflich und respektlos gelten wuerde. In meiner alten Firma haben wir daher immer grosse Mengen Joghurt konsumiert, bevor es zu solch einem Essen ging. Das staerkt die Grundlage. Alternativ kann man die Kellnerin bestechen, die dann eine zweite Flasche parat hat, in der sich anstatt Hochprozentigem beispielsweise Wasser befindet.

Interessant ist aber auch der finanzielle Aspekt der Geschichte. Waehrend in der Privatwirtschaft die Kosten dieser Geschaeftsessen samt Trinkgelage von der Firma getragen werden, ist es bei politischen Anlaessen ja der chinesische Steuerzahler, der dafuer aufkommen muss. Und nun bitte festhalten: Laut dem Artikel der China Daily werden jaehrlich 500 Milliarden RMB – das entspricht etwa 50 Milliarden Euro! – an oeffentlichen Geldern fuer diese offiziellen Banketts ausgegeben.