Kostenlos MP3s ueber Google China

Dienstag, 31 März 2009, 20:03 | Kategorie: Stories |
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Wie auf Spiegel Online zu lesen bietet Google China neuerdings kostenlos MP3s an – und das legal! Damit reagiert man wohl auf die Marktdominanz des hiesigen Suchmaschinen-Konkurrenten Baidu. Denn dort konnte man schon laengst nach Musik suchen, und diese gratis herunterladen. Zwar nicht legal, aber… naja…

Jedenfalls scheint die Musiksuche in China ein wichtiger Schluessel zum Erfolg zu sein. Laut einer Umfrage nutzen naemlich 84 Prozent der chinesischen Internetbevoelkerung Suchmaschinen insbesondere, um kostenlose Musik aufzuspueren.

Das sollte nun auch mit Google gelingen: Insgesamt 1,1 Millionen Songs sollen ueber die chinesische Version der Suchmaschine zu finden sein.

Die Musikbranche hat ihren Segen gegeben, wohl in der Hoffnung, zumindest ueber Werbung, die innerhalb des Google Angebots geschaltet wird, noch ein wenig Geld in chinesischsprachigen Internet zu verdienen.

Von Deutschland aus scheint das kostenlose Angebot uebrigens nicht erreichbar zu sein. Offenbar wird anhand der IP Adresse genau geschaut, dass ausserhalb von China nach wie vor der kostenpflichtige (oder illegale) Weg gewaehlt werden muss.

Kommt das chinesische oPhone?

Mittwoch, 18 März 2009, 18:31 | Kategorie: Stories |
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Wie auf silicon.de zu lesen, planen Lenovo und China Mobile offenbar ein neues Smartphone mit der Bezeichnung oPhone. Von offizieller Seite ist zwar noch nichts zu hoeren, dafuer aber sind im Forum der Website modmyGphone.com bereits erste Fotos aufgetaucht.

Wenn sich das Geruecht bewahrheiten sollte, dann koennte fuer Apple ein echter Konkurrent entstehen. Denn das iPhone ist in China – mit ueber 600 Millionen Handynutzern der groesste Mobilfunkmarkt der Welt – zumindest offiziell noch (es laufen Verhandlungen zwischen Apple und dem Mobilfunkanbieter China Unicom) nicht erhaeltlich.


Quelle Fotos: www.modmyGphone.com

Pekings Hostessen

Dienstag, 17 März 2009, 14:51 | Kategorie: Bilder |
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Die Chinesischen Netizens diskutieren mal wieder den aktuell tagenden Nationalen Volkskongress. Diesmal geht es um die schoenste Seite der jaehrlich stattfindenden Plenartagung: die Hostessen.

Im chinesischen Internet kursieren inzwischen zahlreiche Bilder, auf denen sich die huebschen Chinesinnen in allen erdenklichen Posen den Kameras praesentieren. Hier eine kleine Auswahl:

Moganshan Road, Shanghai

Sonntag, 15 März 2009, 23:45 | Kategorie: Bilder |
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Heute bei traumhaftem Wetter in der Moganshan Lu gewesen. Wo frueher Fabriken und Lagerhallen standen, macht sich heute die Shanghaier Kunestler Szene breit. Neben zahlreichen Galerien finde ich insbesondere die Graffitis hier sehenswert.

Ehebrecher aufgepasst!

Freitag, 13 März 2009, 17:16 | Kategorie: Stories |
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Dreier

Aussereheliche Beziehungen, die eine Scheidung zur Folge haben, koennten in China zukuneftig moeglicherweise fuer beide Ehebrecher finanzielle Folgen haben. So soll das Opfer nicht nur dem ehemaligen Ehepartner gegenueber Schadenersatz geltend machen duerfen, sondern auch gegenueber der “dritten Partei”, der Affaere des untreuen Ehepartners.

Dieser Vorschlag zur Erweiterung des chinesischen Eherechts, eingereicht von der Shanghaier Deligierten Ma Lan, wird – so in der gestrigen Shanghai Daily zu lesen – auf dem zurzeit tagenden 11.Nationalen Volkskongress diskutiert.

Bei der Bevoelkerung scheint dieser Gesetzesentwurf bereits auf grosse Zustimmung zu treffen. In einer aktuellen Umfrage auf sina.com sprachen sich jedenfalls von 12.000 Teilnehmern knapp 70 Prozent fuer den Antrag aus.

Weiterhin schlaegt Ma Lan in ihrem Entwurf vor, dass unverheirate Paare, die nicht zusammenleben, genauso rechtlich geschuetzt werden sollten wie ihre verheirateten Pendants. Gegenwaertig gilt diese uneheliche Form des Zusammenlebens in China noch als illegal.

Illegale Autorennen und Drifting in China

Mittwoch, 11 März 2009, 13:17 | Kategorie: Videos |
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Wer einmal mit dem Auto durch Shanghais oder Pekings Rush-Hour musste, der wird sich sicherlich gefragt haben, ob man zu Fuss nicht schneller waere. Ein Tempolimit scheint bei der hiesigen Verkehrssituation fast schon ueberfluessig, kann man doch innerhalb der Stadt meist eh nicht viel schneller fahren als erlaubt. Und wenn man sich die meisten der chinesischen Autos so anschaut, dann will man wahrscheinlich auch besser nicht schneller fahren.

Vielleicht ist es das unfassbare Glueck eine fast leere Strasse vor Augen zu haben oder aber der Umstand, einen raren Luxus-Schlitten zu fahren, was die Protagonisten des folgenden Videos dazu veranlasst, ein illegales Autorennen auf Shanghais Strassen zu veranstalten:

Die weniger betagten Autobesitzer scheinen hingegen Drifting als standesgemaesseres Hobby entdeckt zu haben. Dafuer braucht man keine teure und schnelle Limousine. Ein alter klappriger Lieferwagen oder ein guenstiger Buick tun’s auch…

Bitte deutlich sprechen!

Dienstag, 10 März 2009, 21:58 | Kategorie: Stories |
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Um meine kleine Chinesisch-Trilogie zu komplettieren, moechte ich zu guter letzt ueber ein lustiges Phaenomen im chinesischen Internet berichten.

Wie zuvor erklaert fuehrt die minimal falsche Betonung einer chinesischen Silbe bereits zu einer komplett anderer Bedeutung des Wortes. Doch waehrend Auslaender wie ich sich abmuehen und es trotzdem oft falsch machen, handeln einige Chinesen mit Vorsatz. Ein regelrechter Volkssport hat sich entwickelt, bei dem es darum geht, Betonungen zu verdrehen und somit neue Begriffe zu erschaffen. Diese werden dann im Anschluss feierlich bei Baidu Bake, dem chinesischen Pendant zu Wikipedia, eingetragen und der Oeffentlichkeit praesentiert…

Beispiele gefaellig?

jíbámāo – die Jiba Katze
Ein Wesen, das in der Dunkelheit lebt, die Umwelt verschmutzt und sich mit dem weissen Tiger um Nahrung zankt. Nicht zu verwechseln mit jība máo, was Schamhaar bedeutet.

qiánliè xiè – die Qianlie Krabbe
Eine legendaere Krabbe, die einst den Kaiserkanal zwischen Peking und Hangzhou verstopfte. Nicht zu verwechseln mit qiánlièxiàn, was Prostata bedeutet.

yín dào yàn – die schreiende Reisfeld Gans
Waehrend der Kangxi Dynastie landete eine riesige Gans in einem Reisfeld und verunstaltete dieses, was in der Folge dazu fuehrte, dass die lokalen Bauern von einer seltsamen Krankheit heimgesucht wurden. Nicht zu verwechseln mit yīndàoyán, was Vaginitis bedeutet.

dáfēi jī – das Dafei Huhn
Ein seltsamer Vogel, der sich gerne koerperlich betaetigt. Nicht zu verwechseln mit dá fēijī, was gemeinerweise in der Lautschrift genauso ausschaut, aber dann doch etwas anderes bedeutet: masturbieren.

fǎkèyóu – der franzoesisch-kroatische Tintenfisch
Eine schreckliche Spezies, die urspruenglich die europaeischen und amerikanischen Meere bevoelkerte. Nicht zu verwechseln mit… Ok, sollte klar sein ;-)

Schriftzeichen, Lautschrift & Aussprache

Montag, 9 März 2009, 23:17 | Kategorie: Tipps |
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Im vorigen Blog-Eintrag hatte ich bereits die chinesischen Schriftzeichen thematisiert, die fuer die meisten von uns Auslaender wohl ein Buch mit sieben Siegeln sind.

Aber auch Chinesen bekommen dieses Wissen nicht in die Wiege gelernt. So bueffeln chinesische Schulkinder 6 Jahre, um 3000 Schriftzeichen zu erlernen. Diese Menge reicht, um etwa die Tageszeitung lesen zu koennen. Gebildete Chinesen, so sagt man, beherrschen 6.000 und mehr Schriftzeichen. Wer weniger als 1.500 Schriftzeichen beherrscht, gilt in China als Analphabet. Insgesamt gibt es uebrigens ca. 50.000 chinesische Schriftzeichen.

Nun gibt es in China aber neben den Schriftzeichen (Hanzi) auch eine Lautschrift, die Pinyin genannt wird. Mit Hilfe dieser Lautschrift schreibt man beispielweise auf einer Computertastatur. D.h. man tippt die Lautschrift jeder Silbe ein und bekommt dann vom Computer die jeweiligen Schriftzeichen zur Auswahl angeboten. Nun hat aber die Silbe bzw. das Wort “ma” – laut meinem wahrscheinlich unvollstaendigen Woerterbuch – allein 18 verschiedene Bedeutungen bzw. gibt es 12 Schriftzeichen die allesamt als “ma” ausgesprochen werden. Man muss sich also aus diesen infrage kommenden Schriftzeichen das richtige rauspicken und weiter geht’s mit der naechsten Silbe. Das klingt unheimlich kompliziert, aber Chinesen haben hier eine solche Routine entwickelt, dass sie genauso schnell eine Seite tippen wie wir mit unserem nur 26 Buchstaben umfassenden Alphabet.

Wenn ich gerade geschrieben habe, dass “ma” 18 verschiedene Bedeutungen hat (u.a. Mutter, putzen, Hanf, Pferd, schimpfen…), dann stimmt das nur zum Teil. Denn “ma” ist nicht gleich “ma”. Es gibt fuenf verschiedene “ma”. Und zwar: mā, má, mă, mà und ma. Wie man an den verschiedenen Akzenten auf dem “a” sehen kann, gibt es in China fuenf verschiedene Moeglichkeiten einen Vokal zu betonen:

Die chinesischen Betonungen

Da diese Betonungen fuer die Bedeutung eines Wortes gravierende Unterschiede ausmachen koennen, sollte man aufpassen was oder besser wie man etwas sagt. Beispielweise habe ich damals von meiner chinesischen Chefin den tollen Namen Ōu Yáng verpasst bekommen. Das heisst so viel wie Sonne Europas. Unachtsam wie ich bin, habe ich mich aber oefters als Ōu Yàng vorgestellt. Also ein fallendes anstatt steigendes Yang. Und so wurde aus der Sonne Europas die Krankheit Europas…

Die chinesischen Schriftzeichen

Samstag, 7 März 2009, 18:03 | Kategorie: Tipps |
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Zurzeit tagen in Peking der Nationale Volkskongress, das hoechste Staatsorgan der Volksrepublik China, sowie die Politische Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes. Unter anderem soll bei diesem Treffen eine etwaige Reform der chinesischen Schriftzeichen diskutiert werden. Zuvor war vorgeschlagen worden, von den 1956 vereinfachten zu den traditionellen Schriftzeichen zurueckzukehren.

Die Aufregung im chinesischsprachigen Internet ist bereits gross, denn die traditionellen Schriftzeichen seien weitaus komplexer und somit schwieriger zu erlernen. Abgesehen davon – so wird in zahlreichen Online Diskussionen angefuehrt – wuerde eine Umstrukturierung der Schriftzeichen fuer ein Land mit einer Bevoelkerung von 1,3 Milliarden Menschen natuerlich einen enormen finanziellen, organisatorischen und zeitlichen Aufwand bedeuten.

Fuer einen eher Aussenstehenden bietet die aktuelle Diskussion aber auf jeden Fall Anlass, sich die chinesische Schrift mal etwas genauer anzuschauen. Denn das ist ziemlich interessant. Wie die folgende Grafik zeigt, haben sich die hiesigen Schriftzeichen in den letzten 4000 Jahren enorm entwickelt – und zwar angefangen mit recht plausibel wirkenden Symbolen bis hin zur heutigen Form, die fuer einen Unbeteiligten aeusserst kryptisch wirken muss.

Entwicklung der chinesischen Schrift

Oasis: Liam über China

Freitag, 6 März 2009, 14:42 | Kategorie: Stories |
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Gerade sind die beiden China Konzerte von Oasis abgesagt worden, da erscheint auf cityweekend.com.cn ein Interview mit Liam Gallagher, Leadsaenger der Band. Aufgezeichnet wurde das Gespraech allerdings vor der Absage. Und nach Lesen des sehr unterhaltsamen Interviews scheint zumindest gesichert, dass die Band nicht besonders politisch eingestellt ist…

Hier ein paar Auszuege:

[...]

CW: This is going to be your first tour in China, is there anything special you want to see out here?

Liam: Just the people man, I wanna see the people, that’s all I care about man.

CW: Are you going to have time?

Liam: If, If, I hope so, if I get the day off I’ll have a walk around and see the people and see the city or wherever we are and, hopefully man, but I just want to see the people. That’s, a building’s a building, isn’t it?

CW: It sure is. And a wall’s a wall …

Liam: Do you know what I mean? So, a park’s a park, but people … I just want to see the people.

[...]

CW: Oasis is bigger than almost anything in China, and has defined so much of the music that’s come out of here for the past decade and a half. I’m curious, what do you think of the idea of 1.3 billion people learning English to the lyrics of “Love Like A Bomb”?

Liam: What, who’s done that?

CW: Hahaha, The Chinese nation.

Liam: What they like that, they like that song, do they?

CW: Well, all Oasis songs are pretty popular here, and, you know, people quote Oasis to me and always try to impress me with …

Liam: Of course man, well, that’s beautiful, you know what I mean? That’s what I’m in a band for, you know what I mean? To touch people on the other side of the world, you know what I mean? And also touch people who are stood right in front of you, but, yeah it’s cool man, I down with it mate.

CW: Is anything pulling you to China right now? Is there any special attraction?

Liam: Any special attraction? Just the kids, man. They’re into our music really. I don’t know much about the country, and that so, I’ll just a have to wait and see. But, if people aim to come and see us, then I’m all over it man, then we’ll, we’ll get down there and do what we can and to make them have a good time.

CW: Eh, you’ve said, “Oasis is bigger than the Beatles” and eh that’s maybe…

Liam: Nah, nah, nah, nah, I’ve never said that mate, I never, I’m not that daft, I reckon that’s sounds like our kid.

CW: Ha. Is Oasis bigger than Mao Ze Dong?

Liam: Than who?

CW: Than Mao Ze Dong, the Chinese leader for forty years …

Liam: Who is Mao Ze Dong? I’ve never heard of him. Who is he?

CW: Er, I’ve never heard of him either … mmm … moving on, I’m curious about…

Liam: We’ve probably made more records than him, right?

CW: At least five …

Liam: Well, there you go.

[...]

Das komplette Interview (inklusive MP3 Podcast) gibt es auf www.cityweekend.com.cn.